From Buell to Bruell

Aus Aka_wiki

Wechseln zu: Navigation, Suche

Auf dem Weg zur Nachtschicht habe ich noch einen Abstecher zur Aka gemacht und Tadek getroffen.

Er ist gerade dabei, seine gelb-schwarze Buell und einen Supertrap-Aufpuff "mal eben" zusammenzustöpseln.

Nach akustischen Impressionen von einschlägigen Meetings hat Herr EBay eine sehr offenherzige Version für kleines Geld zu ihm geschickt.

Extrem männlich, also ohne Werkstatthandbuch und zölliges Werkzeug, dreht Tadek die erste Schraube raus und fasst damit gleich mächtig in die Schei**e...

Gemeinsam schauen wir das amerikanische Elend an: Die etwa 20 cm lange Schraube hält nicht nur den originalen Auspuffhalter, sondern auch das Elektronik-Kästchen, den Ölfilter, geht durch den Motor und hält hinten die Federbeinaufnahme. Der originale Halter bleibt also dran, beschließen wir. Die fehlende Phase erschwert allerdings das Einfädeln der Schraube. Ohne Sitzbank, dafür aber mit Seil und Motorkran, wird die Federbeinaufnahme entlastet und die ursprüngliche Verbindung mit sanfter Gewalt wieder hergestellt.

Leider ist die hintere Halterung des recht durchsichtigen Topfes eine Handbreit von der eigentlichen Befestigung entfernt. Mein Angebot, auf eine Bremsankerhaltestrebe der MZ zurückzugreifen, lehnt Tadek dankend ab. Er murmelt was von Vibrationen und Alu...

Mit einem Aluklotz taucht er dann auch kurze Zeit später wieder auf. Zurechtgesägt, -gefräst und -gebohrt fließen zwei 10er Schrauben, viel Gummi und etliche selbstsichernde Muttern in die Konstruktion.

Der Motorstart erfolgt nur Sekunden nach dem Anziehen der letzten Mutter. Mit dem offenen K&N als kompetenten Partner weist der SuperTrap den Brennraumrelikten recht polternd den Weg nach draußen. Zwischendrin ist Karsten, von der Arbeit kommend, zu uns gestoßen. Auf der einen Seite über verbaute Ami-Kisten lästernd, andererseits aber beim Soundcheck fett grinsend, reicht er Tadek den Helm. Statt Satellitenortung und GPS benötigen wir beide nur unsere Ohren und ab 3 Meter Entfernung die Magengegend, um Fahrer und Maschine anzupeilen.

Nicht nur wir, denn nach ein paar MP3-Handy "Phon-Messungen", wo eine 20cm Stichflamme dem armen Messgerät den Garaus machen will, erscheint die "Rennleitung". Der Pförtner ist aus seinem Sessel gekippt und hat jetzt Knitter in seinem schwedischen Hochglanzmagazin. Das scheint ihn irgendwie unglücklich zu machen. Unsere Beteuerungen, die Phon-Messung tagsüber fortzusetzen, stimmt ihn allerdings gnädig. Das Spiel kennt wohl jeder, der schonmal "abends" seine Technik im Freien justiert hat.

Es wäre aber nicht Tadek, wenn er nicht auch hier den Highscore erreichen wollte. Das schafft er, indem es drei Minuten nach dem Pförtner an der Tür klopft. Ein End-Vierziger im Freizeit-Look und Filzpantoffeln ist offensichtlich auf der Suche nach der Lärmquelle fündig geworden. Seines Bekunden nach ist es in den letzten Jahrzehnten schon öfters einmal des nächtens laut gewesen, aber dieses Mal wäre eine ganz neue Qualität erreicht worden. Wir unterdrücken mühsam das Grinsen und geben uns einsichtig.

Tadek steht noch eine spannende Fahrt nach Bremen bevor, wo die Dämpfungseinsätze für den Auspuff liegen. Vielleicht ist er ja schon aus dem Gefängnis, wenn seine Freundin aus dem Urlaub wiederkommt...

Gute Nacht sagt Jens

Persönliche Werkzeuge