NicolAusfahrt 2003 - Schrott wird flott

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Am 06.12.2003 war von 10:30 bis 01:30 die dritte NikolAusfahrt vom MZ- und Gespannstammtisch Hannover, wo auch Akakraftler eingeladen waren.

Söhnke fuhr ES-Gespann, Dieter TS 250/1, Klaus 250/0, Henning Hammer seine 2-Ventiler-BMW, Harry einen kompletten Eigenbau auf XJ-Basis und ich mein 251er-Gespann mit brandneuem Tüv (!). Ben fuhr Beiwagen und auch Uwe Mill fuhr im Geiste mit.

Ausgangspunkt ist die studentisch verwaltete Cafeteria hanOMacke, wo auch MoKo-Jens Fotos für seinen Artikel über den Stammtisch schießen will. Unser Ziel ist die Kneipe "Julimond" im Weserbergland. Das beste und darüber hinaus einzige Gericht ist Grünkohl mit Kartoffeln und Bregenwurst. Gegen späten Nachmittag wollten wir es uns dann am Lagerfeuer gemütlich machen, um nicht allzuspät bei unseren lieben Daheim einzutreffen. Es sollte allerding ganz anders kommen...

Am 5. Dezember hatte ich mein seit August überfälliges Gespann endlich über die HU geschraubt. Dekra sei Dank bin ich wieder legal bis 12/05 unterwegs. Allerdings war durch das lange Stehen der Vergaser versifft, so dass ich um 07:00 aufstehe und mich um 09:00 Uhr mit Dieter zum Basteln in der Akakraft treffe.

Wir werden nur fast fertig, da der Vergaser sich nur bei warmem Motor einstellen lässt. Der Rest soll daher beim Treffpunkt erledigt werden. Kaum angekommen, die Motoren sind noch nicht ganz abgestellt, kommt der Pförtner aus seinem warmen Kabuff und pförtnert rum. Statt eine "Platzrunde" zu drehen, hatten Dieter und ich die Einbahnstrasse "übersehen". Als wir entgegnen, ob er glaube, dass wir das machen, um ihn zu ärgern, bestätigt er dass. Hm, in meinem Bio-Buch wird mit Pförtner ein Körperteil bezeichnet. Ich weiss jetzt auch warum. Leider ist die mündliche Prüfung 10 Jahre her...

Wir verzichten daher auf Vergaserfeineinstellungen und düsen nach der Fotosession gleich los. Jens, der Fotograf, kommt nicht mit, er wird sich allerdings ärgern, wenn er die weitere Geschichte liest ;)

An der ersten Tanke drehe ich die große Umluftschraube des Bügelvergasers eine Viertelumdrehung raus, um so etwas wie einen Leerlauf zu bekommen. Fast gut, trotzdem tourt sie schlecht ab...

Etwa drei Kilometer später macht es bei ca. 90 km/h und 4.500 U/Min. plötzlich klackklackkniiiiirrrrschhhhhhh und der Motor geht nach sofortigem Ziehen der Kupplung aus. Komisch denke ich mir so, ein Klemmer klingt anders... Tut er auch, meine persönliche Panne das Tages wurde durch das Halteplättchen des Bügelvergasers verursacht. Es ist, anders als z.B. bei der TS, _ unter _ dem Schieber-Kolben befestigt. Zuerst stiefmütterlich eingebaut hielt es später den Vibrationen nicht stand und konnte auch dem Ansaugsturm nichts entgegensetzen. Ich sehe es vor mir, wie es mit Panik im Gesicht auf den stampfenden Kolben zuschlingert :( Das holde Julia-Plättchen, für immer von seinem geliebten K&N-Romeo-LuFi getrennt...

Während ich schon beim Ausrollen im Kopf die in Mitleidenschaft gezogenen Teile ausbaue, dreht die Meute bei. Ein Strick wird hervorgezaubert. Jeder, der mal abgeschleppt wurde, kauft sich am nächsten Tag ein eigenes Abschleppseil, um auch bei Gelegenheit das Leistungsgewicht halbieren zu können. Bei mir war es damals Uwe Mill, der mich nach hause gezogen hat, bei Söhnke war es Ben. Während wir Söhnkes Seil an der 72PS XJ und meinem Gespann befestigen, trete ich zaghaft den Motor durch. Er hat keine komischen Geräusche und sowas wie Kompression. Ich werde übermütig und stecke den Vergaser ohne Teillastnadel wieder zusammen. Mit Choke springt die Maschine sofort willig an und klingt gar nicht sooo schlecht!

Wir koppeln die XJ wieder ab und fahren mit ihr in die Akakraft, um einen Reserve-Vergaser zu holen. Die Fahrt im Eigenbaubeiwagen an der 72 PS-XJ fühlt sich durch die offene Bauweise an wie der Ritt auf einem Bobby-Car, dass hinter einem Porsche hängt. Man sitzt so unglaublich offen, tief, eng und hart, das macht nur Spaß! Nix mit Superelastik, Teil 1-13 :)

Bei der Montage der neuen Teile fällt auf, dass der Bowdenzug mitgetauscht werden muss. Während der ganzen Aktion stehen wir an der B217 auf einem Wirtschaftsweg und es ist mächtig sonnig, mächtig windig und mächtig kalt. Zwischenstand: Die 251er fährt wieder und bringt mich zur nächsten Tanke, wo ich den Mitfahrern mit Kaffee helfe, wieder Betriebstemperatur zu erlangen. Eifersüchtig, dass einer profanen Emme sowie Aufmerksamkeit zuteil wird, beschließt Henninmgs BMW vorher noch, ebenfalls ein wenig zu zicken. Sie leuchtet permanent und ziert sich dann später beim E-Starten. Ein Motorrad ohne Kickstarter ist wie ein Gespann ohne Hauptständer: Es geht ohne, aber es ist besser mit

Wir schieben Henning also an und kommen Recht problemlos bei der Gaststätte Julimond an. Mit Grünkohldelikatessen schlagen wir uns den Wanst voll. Schwer fällt die Entscheidung zum weiteren Verlauf. Wir sind satt, uns ist warm und in der Kneipe gibt es ab 21:00 Uhr Live-Musik. Der Wirt bietet uns eine sehr günstige Übernachtungsmöglichkeit an. Dieter, Klaus und Sönke hingegen habe eine Höhle im Plan, wo wir prima Lagerfeuer-Biwak machen können. Als wir wieder starten ist es bereits dunkel. Bei Henning geht nur das Standlicht, bei mir reicht der Druck nur für den vierten Gang. Vor und nach 4.500 U/Min. klickert der Motor beängstigend laut. Also bremse ich mit gut 70km/h alle aus. Aber wir sind ja im Weserbergland: Was sie mir auf der Graden abnehmen, hole ich in den Kurven mit der unglaublich satt liegenden 251er (neue Dämpfer:) wieder zurück ;))

Die Höhle liegt etwas von der Straße entfernt an einem Fluß. Söhnke und ich überqueren den Fluss in Trophy-Manier über einen umgestürzten Baumstamm. Die anderen finden die 20m weiter gelegene Brücke und stoßen später zu uns. Dieter schickt uns mitsamt Motorradzeugs und Proviantrucksäcken in der Höhle durch winzige Schächte, die sowohl Nachfaltern, als auch riesigen schwarzen Spinnen als Winterquartier dienen. Am Ende des Gangs, der sich nur auf allen Vieren bewältigen lässt, ist eine halboffene Höhle, wo ein natürlicher Rauchabzug zum Feuern einlädt. Wir suchen trockenes Holz, finden aber nur nasses. Dieter macht trotzdem Feuer. Später finden wir unter Felsvorsprüngen mehrere trockene Bäume, die mit der Multi-Tool-Säge zu Brennholz verarbeitet werden. In der Ecke der Höhle ist ein 1,5 x 1,5 Meter großes und 1,30 Meter tiefes Loch. Es ist nicht abgesichert, aber alle wissen davon, alle haben es gesehen und alle passen entsprechend auf. Fast alle... Als der zwei Meter große Klaus plötzlich verschwindet, machen wir uns große Sorgen. Er liegt am Boden der Grube und wirkt recht benommen. Durch den Aufprall fällt ihm das Sprechen schwer, es ist aber nichts aufgeschlagen, gebrochen oder so. Glück gehabt! Am Lagerfeuer erzählen wir uns dann endlos viele Geschichten und Schwänke aus unserer nicht enden wollenden Jugend.

Gegen elf will Henning los. Klar, er muss ja auch noch bis nach Verden! Harry will ihm Licht-Geleitschutz geben, Harrys Beifahrer Ben nutzt die Gelegeheit ebenfalls zur Heimkehr. Die drei verabschieden sich und machen sich auf den Weg. Wir hören in der Höhle die XJ starten, aber keine BMW. Ben hat die wirklich gute Idee gehabt, das offensichtlich noch stromführende Kabel der Standlichtbirne an das Abblendlich zu legen und so Hennings Heimfahrt zu erleichtern. Eine winzige Berührung des Kabelbaumes allerdings führt zu einem kompletten Elektrik-GAU, wobei noch nicht mal eine Sicherung durchbrennt! Abschleppen bei Nacht und Nebel wird zwar kurz andiskutiert, dann aber gottseidank wieder verworfen. So nimmt Henning Harrys XJ-Taxi[tm]-Dienste in Anspruch und wir nehmen Ben mit. Kurz nach zwölf geht es gen Heimat, die gut 40 km entfernt ist. Das 251er-Gespann schlägt sich tapfer. Bei 70 km/h kann man lange über Einkaufslisten bei G&G (Gabor & Güsi:) nachdenken

Morgen ist geplant, dass sich Ben und Henning zusammen um die BMW kümmern. Ich werde schon im Harz zu Kaffee und Kuchen erwartet und habe am Abend eine Feier der Akakraft.

Mein Dank gilt Söhnke, der sich die Tourroute ausgedacht hat und allen Anwesenden für ihre Fürsorge und Hilfsbereitschaft. Den "neuen" beim Stammtisch danke ich für ihren Mut, mit einer recht unbekannten Gruppe eine solche (Tor-)Tour bei Temperaturen kurz vor dem Gefrierpunkt mitzumachen und sich auf unseren "Style" einzulassen. Außerdem "Danke" ich den Konstrukteuren in Zschopau, die zwar das Teillastnadelhalte-Plättchen nicht idiotensicher gemacht, dafür aber den Motor mit fantastischen Nehmerqualitäten ausgestattet haben. Ich danke auch denjenigen, die rechtzeitig abgesagt haben und hoffe, dass bei den anderen nichts ernstes passiert ist?!

Wenn ich die Gesichter am Lagerfeuer richtig interpretiert habe, hatten wir alle mächtig gewaltig viel Spaß!

Bis denne und gute Nacht sagt Je-mennonuisserdochnochsauergefahren-ns Nolden

PS: Thomas?! Magst Du diesen Bericht an Burkhard und Hartmut & Enno weiterleiten?! Danke!

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