TheRace2004
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Zuallererst bedanke ich mich bei den ES-Rockers, welche nun schon zum 5. Mal die Arbeit eines solchen Treffens auf sich genommen haben.
Danach geht mein Dank an die Kollegen vom Stammtisch Hannover und die anderen Stammtische und Listigen, welche diesen Riesenspass erst möglich gemacht haben. Nicht zuletzt geht Dank an Paul, der den Racer zur Verfügung gestellt hat und so mein "Söhnkeplus30Kilo-Handicap" auszugleichen half :) Viele neue und alte Namen aus der Liste haben nun ein Gesicht bekommen. Super waren auch die Weltenbummler mit dem Toyo-Jeep, der sich langsam aber stetig zu Luftlandeblech verwandelt. Ihr habt dem Grill gut Feuer gegeben! Leider habe ich Eure Namen nicht mitgeschnitten... Leider habe ich einige viel zu kurz gesehen und die Gespräche waren immer wieder unterbrochen. @Sven: Rosi macht einen prima Eindruck, meine Glückwünsche! Hoffentlich sieht man Euch bald wieder!
Das Rennen an sich verlief eigentlich ganz ordentlich. Da wir nicht wie die Nordostlichter stupf mit dem Renner zwischen den Dörfern langeknallt sind und ich auch sonst eher den gemütlichen Fahrstil im 17 PS-Gespann bevorzuge, hatte ich meine Hoffnungen in das freie Training gelegt. Leider mussten wir unser Riesenlager 250m weiter nach links verlegen, da wir dem Flugplatz, der auch auf dem Gelände ist, die Langebahn verstellten. Dazu kamen noch stetige technische Verbesserungen und Optimierungen, welche das freie Training für mich auf 50% (1h) verkürzt haben. Söhnke hat die Zeiten gemessen und zusammen mit Tom wertvolle Tipps gegeben. Ich dankte es mit regelmäßig verbesserten Rundenzeiten. Das Einzel-Zeitfahren ergab eine 62.5, der beste lage bei 0.53 und die Grit, deren Ideallinie ich mal so nachgefahren bin, hatte 62.0. Bei einer Streckenlänge von rund 1,3km kann sich da jeder was rausrechnen :) Mit dieser Zeit bin ich dann in die 4. Qualifizierungsgruppe gekommen. In den insgesamt 7 Qualifizierungsgruppen war aus jedem Leistungsbereich eine/r drin. Ich hatte René Schreyer mit rund 55 Sekunden als Spitzenreiter in der Gruppe. Wir starteten alle aus einer Reihe, ich stand allerdings eher im linken Bereich, was bei der anstehenden Links/Rechts-Schikane wohl ein Nachteil war. Im späteren Verlauf hatte ich mit der Schaltung einige Schwierigkeiten. Sie war zwar an mich angepasst, wollte aber nur bei bestimmten Drehzahlen das nächste Zahnrad paaren lassen, solange sie noch nicht auf Betriebstemperatur war. Mit einiger Taktik (Mut zur Lücke, scheiß auf die Linie :) habe ich mich dann auf den dritten Platz vorgeschoben, da die Qualifizierung aber nur 3 Runden lang war, ist das dann auch die Endposition gewesen. Das Halbfinale hat mich in Gruppe B gespült, das war die zweite nach Gruppe C. Der Lauf war etwas hektisch... Es ging schon damit los, dass etwas los war, nämlich die gerade ergonomisch angepasste Schaltwerkbedienung. Als mein Blick über die unter meinen kurzen und harten Gasstößen wohlig zitternde Ricke glitt, blieb er auf der sich zart drehenden Schaltwellen-Klemmschraube der zurückverlegten Anlage hängen. Trotz Helm machte ich mich verständlich und Herr Arnold half mit 2x Zange aus meinem superunordentlichen Tankrucksack nach, da der 10er Maul noch weiter unten in der Tasche ein Rendezvous mit einer Feingewindemutter hatte, oder so...:) Da der Leerlauf etwas hakelig war, bin ich eher etwas zu spät an den Start geeiert und hatte zwar eine vordere, aber linke Position. Was tun, nun?! Mein kreative Lösung: Ich fahre wie die besengte Sau _ links _ an allen vorbei, halte am Ende der Geraden an und trage die Ricke in Schikane rein. Während die anderen noch überlegten, wo sie genug Platz zum Bremsen finden können, hatte ich mir einen schönen Gang ausgesucht und bin in die nächste Kurve geröhrt. Dazu kam noch ein interessantes Phänomen: Söhnke berichtete von einer seltsamen, Jekyll-und-Hyde-mäßigen Verwandlung von harmlosen Tourenbummlern hin zu brutalen Pistensäuen, sobald es im Pulk zur Sache geht. Es beschrieb es als ein "Messer zwischen den Zähnen haben". Ich weiß jetzt, was er meinte, denn ich hatte eine Machete :) Obwohl nur mit einer in der Schnelle aufgetriebenen 250er TS-Trommel ausgestattet, habe ich mich bremspunktmäßig an den Vorausfahrenden orientiert, was regelmäßig zu lustigen Rutschpartien führte und mein Vorderrad in die nähere Nähe des gegnerischen Hinterrades brachte. Bloß niemanden abschießen, dachte ich mir und habe so öfters auf meine "Linie" verzichten müssen, dafür aber nette Leutz am Lagerfeuer kennenlernen dürfen :) Auch hier wäre bei mehr als nun 5 Runden ein Sieg möglich gewesen, ich hatte ja auch den wohl längsten und größten Tank im Feld ... Aber es ergab immerhin einen netten dritten Platz, der durch einen Materialschaden beim Gegner nachträglich zu einem 2. Platz wurde. Das erfuhr ich aber erst, als ich im Kreise der Listigen und Stammtischler neben der Maschine stand und Volksreden hielt... "Nummer 36, Jens Nolden bitte an den Start!" Das bin ja ich! Aber ich bin doch raus aus der Wertung?! Von dem Ausfall des Kollegen erfuhr ich erst hinterher... In einer für Dänemark-Mitfahrer unvorstellbaren Geschwindigkeit hatte ich mich komplett angerödelt und die Kiste angeworfen. Für die hilflosen Listigen, die gerne noch mehr geholfen hätten: Der Zündschalter ist links vorne unter dem Tank am Rahmen. Nach unten heißt: Strom an Spule. Der Benzinhahn muss mit dem Pfeil nach unten zeigen, also auf Reserve. Angeschoben wird im 2. Gang, die Verkleidung ist weder vorne noch hinten zum Anschieben geeignet. Beim Flugzeug wäre dort ein Do-not-step-Aufkleber, bei uns steht dort "SPEED HAPPENS - Warp Department - Universität Hannover", was aber das selbe meint :) Mit dieser Weiterentwicklung des LeMans-Starts ging eine Startposition im hinteren Feld einher. Komischerweise waren recht viele Piloten im Rennen. Ich habe dann als einer der wenigen Trommelbremser die Stellung im mittleren Bereich gehalten und zusätzlich versucht, sowohl optisch als auch kurventechnisch eine halbwegs würdige Figur abzugeben. Leider haben wir dieses Jahr den vierten Gang nicht oft benutzen können, weil wir einen Zahn zugelegt hatten und lieber zwei hätten weglegen sollen. Sonst wären auf den langen Geraden einige Sachen anders ausgegangen, 90 kg hin, 90 kg her :) Wichtig war mir persönlich aber der Spaß, der auch nicht zu knapp gekommen ist. Bis zum Sonnenaufgang wurde gefeiert, was jetzt dafür sorgt, dass ich fein müde bin. Wer Lust auf mehr bekommen hat, sollte sich nach Waren an der Müritz zur MZ-Trophy begeben. Eine gute Bremse mit guten Reifen und ein wenig Übung kompensieren brutale und materialmordende PS-Leistung und machen einen Platz im oberen Drittel wahrscheinlich! Sprich: Schmeiß´ die ollen Pneumant runter, reparier´ endlich mal die Trommeln und schwing Deinen öligen Wanst nach Waren, 150er-ES- und TS-Treiber! ;) Ein motiviertes Team ist allerdings nötig, als Einzelkämpfer hätte ich zig mal die Esse ins Korn werfen müssen, ohne UnterstützerInnen geht es nicht; ist zudem auch einsam und langeweilig ;) Tom und Söhnke haben eine feine Rundumbetreuung geliefert, die sicherlich einzigartig ist, bis auf Zähneputzen und Abwischen konnte ich mich voll auf das Fahren konzentrieren. Durch die Streckenposten, die riesigen Abflugflächen, die Reifenstapel und die entsprechende Kleidung ist das Risiko IMHO sehr gut kalkulierbar gewesen. Meine Knieprotektoren hatten aber nur beim Schrauben ihren Einsatz.
Ich hoffe, Euch einen kleinen Einblick in das Ricken-Rennwochenende bei den ES-Rockers gegeben zu haben und wünsche eine gute Nacht. --
Jens Nolden, MZ- und Gespannstammtisch Hannover, Akakraft e.V. und Listiger PS: Es kann sein, dass ich bei den Platzierungen was durcheinandergewürfelt habe, aber ich habe da nie drauf geachtet, da ich einfach immer, wenn mein Name aufgerufen wurde, gefahren bin und sonst das System (gab es eines?) nicht durchschaut habe und es mir auch nicht sooo dolle wichtig war. Am Ende war es ein 11. Platz, der zwar nicht meine frechen Prognose von den Top10 entsprach, aber sogar ClemenZ Respekt abgenötigt hat, der einige Zweifel an meiner Pistentauglichkeit hatte
